Dienstag, 17. November 2009

Losverfahren beim Aufstellen

Wer kommt dran?, das ist immer die Frage. Ich fand das Auslosen lange Zeit eine gute Lösung. Wenn man mehrmals hintereinander nicht dran kam, konnte man das zumindest als Botschaft verstehen. Jedem Aufsteller, jedem Therapeuten ist das fast auf Anhieb klar. Aber Menschen, die sich dem Thema neu stellen, die erst ein paar mal bei einer Aufstellung waren, kann es schwerfallen, den Sinn darin zu sehen, immer wieder zu einer Gruppe zu gehen, in der andere Wunderheilungen erfahren, sie selbst aber "nur" benutzt werden.
Olaf hat ja ein herrliches System ausgearbeitet, mit dessen Hilfe man eine nahezu wissenschaftliche Gerechtigkeit im Losverfahren herbeiführen kann. Aber irgendwie weigert sich etwas in mir, es anzuwenden? Weil mir etwas fehlt. Ein Gefühl. Die Beteiligung der Gruppe. Wenn es eine Gruppenseele gibt, wird sich schon zeigen, wer aufstellen soll. Glaube ich. Weiß es aber nicht.
Jedenfalls experimentiere ich im Moment mit einer Mischung aus Losverfahren und der Frage: Wer muss heute dringend aufstellen? Weil ich hoffe, damit den Anwesenden das Gefühl zu geben, aktiv mit entschieden zu haben. Sicherlich wird es auch jetzt wieder Teilnehmer geben, die gerne aufstellen würden, aber nicht drankommen. Aber wenn sie jetzt nicht aufgestellt werden, wissen sie wenigstens, dass nicht das Universum es böse mit ihnen meint (weil das Los wieder auf den Nachbarn fiel), sondern sie selbst nicht laut genug Hier! gerufen haben. Ob das was besser macht?

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