Vorsicht Grundsatzdiskussion!
Immer wieder kommt es vor, dass sich in Aufstellungen etwas zeigt, und der Aufsteller (Mensch, der sein Thema aufstellt) etwas ganz anderes sieht als der Rest der Gruppe. Wie damit umgehen?
Die Frage, Wer hat Recht?, drängt sich geradezu auf, ist aber meines Erachtens genau die falsche, denn wer Recht hat, ist selten zu beweisen. Und selbst wenn, wer hat etwas davon? In therapeutischen Zusammenhängen würde man auch Grenzen überschreiten, um dem Klienten klarzumachen, was sein Thema ist. Ob das in der Therapie angemessen ist, will ich nicht beurteilen. Im (von mir moderierten) Freien Aufstellen ist es nicht angemessen. Beim Freien Aufstellen steht der Aufsteller im Mittelpunkt. Er entscheidet, was er sehen möchte, und damit auch, was er nicht sehen möchte. Ihn mit Gewalt auf etwas hinzuweisen, von man als Stellvertreter oder Zuschauer zutiefest überzeugt ist, führt in der Regel nur dazu, seine Abwehr zu verstärken. Als Moderator achte ich darauf, dass der Aufsteller alle Informationen erhält, die Interpretation dieser Informationen jedoch dem Aufsteller selbst überlassen bleibt. Wer muss denn damit leben?
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