Sonntag, 24. Januar 2010

Angebot statt Anweisung, DIE 2TE

Olaf hat mich dazu angeregt, diesen Kommentar zu genauern. Anweisung sind natürlich auch okay - solange sie dem Impuls eines Stellvertreters entsprechen. Es könnte ja sein, dass der Aufstellende immer wieder erlebt, dass ihn jemand in seinem Leben herumkommandiert, Anforderungen an ihn stellt, über ihn bestimmt.
Die Herausforderung dabei ist für den Moderator und den Stellvertreter, zu unterscheiden, ob es ein Impuls ist, der aus der stellvertretenen Figur herauskommt, oder eine (fixe) Idee/Vorstellung, wie der Aufstellende sein Problem, das gerade aufgestellt wird, in den Griff bekommt.
Ich vermute - und werde das in den Aufstellungen überprüfen -, dass es genügt, genau zu formulieren: "Ich habe den Impuls, dich jetzt herumzukommandieren", "Ich würde dich jetzt am liebsten ..." usw.
Entscheidend ist, dass der Prozess des Aufstellenden im Mittelpunkt bleibt, und dass der Stellvertreter nicht in den Wahn verfällt zu glauben, seine Vorstellung von der Lösung sei besser als das, was das Aufstellende spürt/braucht.

Sonntag, 17. Januar 2010

Angebot statt Anweisung!

einfacher kann man "freies" aufstellen von "geführtem" eigentlich gar nicht unterscheiden, oder?

Freitag, 15. Januar 2010

Nächte Termine bei mir

Donnerstag, 11. Februar, 18.30
Donnerstag, 11. März, 18.30.
Bitte anmelden per mail: s.niederwieser@web.de
oder per Telefon: 0170/833 50 57

Oxytocin und die Liebe

Gestern wieder Oxytocin in eine Familie reingegeben, in der niemand mit dem anderen eine Beziehung zu haben schien, und schwupps ging's los. Wer jetzt meint, man hätte das auch erreicht, wenn man Liebe hineingestellt hätte, irrt. Liebe stand nämlich von Anfang an im System, für sie hat sich aber keiner interessiert.

Mittwoch, 13. Januar 2010

"Geführt" versus "frei"

Nur damit keine Missverständnisse entstehen: Zwar gefällt mir, was Hellinger sagt (und ich halte ihn für sehr weise), aber das geführte Aufstellen ist mir nach wie vor nicht geheuer. Hellinger gibt selbst zu (und es wäre schlimm, wenn es anders wäre), dass er auch Fehler macht. Wenn ich mir vorstelle, dass mir ein Mann seines Kalibers etwas über mein Leben erzählt, das mich sehr beeindruckt (er schickt z.B. Flüchtlinge in ihr Heimatland zurück oder sagt Eltern, dass sie die Adoption rückgängig machen müssen), und es stellt sich später als falsch heraus ... Nee, nee, nee, da mag ich lieber selber aufstellen. Abgesehen davon finde ich, dass man ein ganz anderes Vertrauen in sich selbst beweist, wenn man sich auf die eigene Seele verlässt, anstatt darauf zu hoffen, dass ein anderer es richten wird. Mache ich Sinn?

Oxytocin

Vor vielen Wochen habe ich beim Aufstellen ein neues Werkzeug kennen gelernt, das ich unbedingt posten möchte, denn es hat sich als sehr dienlich erwiesen: Oxytocin. Eine Mutter, die ein Kind tot geboren hatte, stellte ihre Familie auf. Die Familie wollte das tote Kind außer Sichtweite habe, nach dem Motto "begrabe es doch endlich!" Oxytocin wurde dazugestellt, und siehe da, plötzlich hatten die Familienmitglieder wieder etwas miteinander zu tun. Emotional. Oxytocin "verstärkt die emotionale Bindung der Mutter an das Kind." Mehr dazu z.B. auf Wikipedia.

Hellingers geistiges Aufstellen

Wenn ich in "Ein langer Weg" über die Weiterentwicklung von Hellinger Aufstellen lese, nämlich die Bewegungen der Seele, das geistige Aufstellen, dann finde ich - von dem, was ich bisher davon verstehe -, dass es dem Freien Systemischen Aufstellen nach Jacobsen sehr ähnlich ist. Größter Unterschied vermutlich, dass Hellinger halt selbst im Feld steht, und das wird sich sicherlich auswirken, weil er - einfach aufgrund seiner langjährigen Erfahrung - noch ganz andere Dinge mitkriegt als der durchschnittliche Anfänger. Und natürlich "führt" Hellinger immer noch, auch wenn er passieren lässt, der Seele die Erlaubnis gibt, sich zu zeigen, Heilung zu suchen und finden. Beim Freien Aufstellen führt ja der Aufstellende selbst

Hellinger oder Dunklinger?

Wer sich mit dem Aufstellen beschäftigt, kommt an Hellinger nicht vorbei. Auch nicht an seinen Fans und Gegnern. Mal abgesehen davon, dass ich sein - wie es überall genannt wird - Standardwerk "Ordnungen der Liebe" schrecklich fand, wollte ich mir doch ein besseres Bild machen und habe mir deswegen über Weihnachten zwei Bücher reingezogen. In "Anerkennen, was ist" wird Hellinger von Gabriele ten Hövel interviewt, und plötzlich versteht man den Mann (was so ein bisschen Journalismus doch ausmacht ...). Ich muss gestehen, ich bin sehr angetan - von dem, was er sagt. Wie er arbeitet, kann ich nicht beurteilen. Habe dann gleich noch "Ein langer Weg" nachgelegt und war noch tiefer beeindruckt. Mir gefällt sehr, was er sagt. Und genau betrachtet ist das so weit vom Buddhismus nicht entfernt.
Jedenfalls werde ich mir den Mann nun mal anschauen. Im Februar ist er in Berlin, dann verschaffe ich mir einen eigenen Eindruck.